Strategie und Umsetzung einer nachhaltigen Mobilität beim Nutzfahrzeug
Der Güterverkehr nimmt weiter zu, und insbesondere der Transport auf der Straße verzeichnet durch den Vorteil seiner Flexibilität hohe Steigerungsraten. Experten sagen bis zum Jahr 2030 eine Verdoppelung des Transportaufkommens gegenüber dem Jahr 2000 voraus. Um Mobilität als Basis der gesellschaftlichen Entwicklung auch für künftige Generationen zu erhalten, müssen wir Ressourcen schonend einsetzen, Emissionen reduzieren und eine höchstmögliche Verkehrssicherheit gewährleisten. Der Nutzfahrzeugbereich des Unternehmens gestaltet die Zukunft der Mobilität mit effizienten und sauberen Antriebssystemen und alternativen Kraftstoffen. Unsere Anstrengungen dazu haben wir in der Initiative „Shaping Future Transportation“ gebündelt. Die Roadmap für nachhaltigen Transport beinhaltet eine Vielzahl von Schritten, die 4 Schwerpunkte haben (siehe Grafik "Daimler-Roadmap für nachhaltigen Transport",)
- Konsequente Weiterentwicklung und Optimierung
der Verbrennungsmotoren. Fachleute sind
sich sicher, dass der Dieselmotor noch auf Jahrzehnte
hinaus das Rückgrat der Antriebssysteme
in schweren Nutzfahrzeugen darstellen wird. Dafür
sprechen eine weltweit flächendeckend gesicherte
Infrastruktur – von der Kraftstoffversorgung bis
zum Service – sowie seine Zuverlässigkeit und die
un übertroffene Wirtschaftlichkeit. Die seit Januar
2005 in Nutzfahrzeugen eingeführte BLUETEC-Technologie
spart, im Vergleich zu anderen Abgasreinigungssystemen
und bei einer üblichen Fahrleistung
im Lkw-Fernverkehr, pro Fahrzeug und Jahr rund
1.500 bis 2.000 Liter Dieselkraftstoff. Hochgerechnet
auf den aktuellen Bestand von etwa 150.000
Lkw mit BLUETEC-Technologie bedeutet dies eine
Einsparung von rund 300 Millionen Liter Kraftstoff im
Jahr. Optimierungen bei Getriebe und Antriebstrang
ermöglichen weitere Reduktionen im Verbrauch.
So erreicht die aktuelle Generation automatisierter
Mercedes-Benz-PowerShift-Getriebe in Mercedes-
Benz-Lkw sehr niedrige Verbrauchswerte.
Im Stadtverkehr stellt der Erdgasantrieb eine Alternative zum Dieselmotor dar. Der Mercedes-Benz Citaro CNG (Compressed Natural Gas) wird sowohl als Solo- wie auch als Gelenkbus mit Erdgasmotor gebaut und ist bereits mit rund 900 Fahrzeugen im Einsatz. Das Modell unterbot als erster Stadtlinienbus mit Erdgasantrieb die Grenzwerte des Abgasstandards EEV (Enhanced Environmentally friendly Vehicles). Der Mercedes-Benz Econic NGT ist im Kommunal-, Sammel- und Verteilerverkehr mit rund 600 Exemplaren in Europa unterwegs. Auch er unterschreitet die Grenzwerte von Euro V sowie EEV und überzeugt zusätzlich mit niedrigen Geräuschemissionen. Nachteile der Erdgasfahrzeuge sind derzeit noch die aufwendige Speicherung des Kraftstoffs in schweren Drucktanks sowie die eingeschränkte Infrastruktur. - Hybridfahrzeuge. Vor allem im Stadtverkehr kann der Hybridantrieb seine Verbrauchsvorteile bereits im realen Fahrbetrieb unter Beweis stellen. Stadtbusse mit Hybridantrieb fahren umweltfreundlicher und – sofern eine Speicherbatterie zum Einsatz kommt – auf kurzen Strecken sogar emissionsfrei. Auch beim Verteilerverkehr und im Fernverkehr (abhängig von der Topografie) können Hybridfahrzeuge den Verbrauch reduzieren. Daimler plant für die Zukunft auch Hybriderprobungen mit Lkw im Fernverkehr sowie mit Reisebussen.
- Emissionsfreie Antriebe auf Basis der Brennstoffzelle sowie reine Elektroantriebe. Der Großversuch mit 36 Mercedes-Benz-Citaro-Brennstoffzellenbussen in 10 europäischen Großstädten sowie in Peking und im australischen Perth hat gezeigt, dass der Brennstoffzellenantrieb auch unter unterschiedlichen Praxisbedingungen zuverlässig funktioniert. In der nächsten Ausbaustufe wird der Citaro G BlueTec Hybrid als Basisfahrzeug für einen Citaro- Brennstoffzellenhybrid dienen.
Antriebstechnologien von Daimler
| Anteil in Prozent | Fahrzeuge mit Ottomotor | Fahrzeuge mit Dieselmotor | Fahrzeuge mit Hybridantrieb2 | Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb3 |
|---|---|---|---|---|
| Europa1 | 31,4 | 68,5 | X | X |
| NAFTA | 61,2 | 38,9 | X | X |
| Japan | 44,6 | 55,4 | X | X |
| 1 Rund 0,3 Prozent der für Europa produzierten Pkw mit Ottomotor wurden als Erdgasvariante aufgebaut. | ||||
| 2 0,05 Prozent der weltweit verkauften Fahrzeuge wurden 2005 mit Hybridantrieb ausgestattet. | ||||
| 3 Weltweit betreibt Daimler die größte Brennstoffzellenfahrzeugflotte (Pkw, Transporter und Busse) aller Hersteller. | ||||