Vorwort     
Foto Dr. Dieter Zetsche

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

was Daimler unter „Nachhaltigkeit“ versteht, zeigt dieser Bericht: unternehmerische Verantwortung mit einem „Radius“ von 360 GRAD – wirtschaftlich, gesellschaftlich und ökologisch, regional und global, bezogen auf unsere gesamten Aktivitäten, operativ ausgerichtet und systematisch umgesetzt. Auf den folgenden Seiten erläutern wir, wie wir diesen Anspruch in der Praxis einlösen.

Es hat gut 100 Jahre gedauert, um den heutigen Bestand von weltweit 800 Millionen Automobilen zu erreichen; es dürfte aber kaum 30 Jahre brauchen, um diesen Bestand mindestens zu verdoppeln: China und Indien entdecken das Auto - und viele andere „Schwellenländer“ mit ihnen.

Gesellschaftlich und wirtschaftlich ist das positiv, denn es bedeutet mehr Entwicklungschancen für mehr Menschen. In ökologischer Hinsicht allerdings ist die schnelle Automobilisierung nur verantwortbar, wenn wir Pkw und Nutzfahrzeuge zugleich immer sauberer machen. Genau hier ist Daimler gefordert:

  • Wir haben das Auto, den Lkw und den Omnibus erfunden.
  • Von uns erwarten die Kunden Lösungen - und wir nehmen die Rolle des „Pioniers“ für saubere und sichere Automobile ausdrücklich an.
  • Nicht zuletzt haben wir die erforderliche Innovationskraft.

Im Jahr 2007 hat Daimler 4,1 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung gesteckt. 1,8 Milliarden flossen in den Umweltschutz. In den nächsten Jahren werden wir diese Budgets nochmals aufstocken und bis 2010 nahezu 14 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

Diese Anstrengungen sind umso wichtiger, als sich nicht die eine Technologie abzeichnet, die allen anderen klar überlegen wäre: Bei der Mobilität von morgen gibt es keinen „Königsweg“. Unsere „Roadmap für nachhaltige Mobilität“ umfasst daher drei Säulen:

  • die ständige Optimierung unserer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor,
  • die zusätzliche Effizienzsteigerung durch Hybridisierung, das heißt die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor,
  • sowie das emissionsfreie Fahren mit Brennstoffzellen- und Batterieantrieben.

Darüber hinaus engagieren wir uns auch beim Thema zukünftige Energiequellen.

Das alles zeigt: Wir wollen der Motor für nachhaltige Mobilität sein. Das ist eines unserer wichtigsten Ziele.

Aber auch über das Thema Umweltschutz hinaus haben wir die Folgen unseres Handels umfassend im Blick. Geschäftliches Interesse und gesellschaftliche Verantwortung müssen im Einklang sein - die Umsetzung dieses Prinzips beginnt bei uns selbst.

Auch deshalb leisten wir beispielsweise einen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Allein bis Ende 2008 schaffen wir deutschlandweit 350 zusätzliche Kinderkrippenplätze für unter Dreijährige.

Zudem haben wir auch 2007 wieder über unseren eigenen Bedarf hinaus ausgebildet: 40 Prozent der Azubis deutscher Autohersteller lernen „beim Daimler“.

Verantwortung endet aber nicht an den Werkstoren. Rund um den Globus fördern wir vielfältige Initiativen in den Bereichen Bildung, Erziehung, Wissenschaft und Kultur. In Südafrika beteiligen wir uns seit Langem am Kampf gegen die Ausbreitung von HIV/AIDS. Weltweit bemühen wir uns mit unserer Initiative „MobileKids“ um mehr Verkehrssicherheit für Kinder - auch das gehört zur Verantwortung eines Automobilkonzerns.

Natürlich fördern wir nicht zuletzt kreative Köpfe. So veranstalten wir im Rahmen unserer „Mondialogo“- Initiative gemeinsam mit der UNESCO internationale Schülerwettbewerbe. Wir unterstützen den interkulturellen Austausch zwischen Studierenden der Ingenieurwissenschaften und sind traditioneller Sponsor des „Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft“. Ferner engagieren wir uns in den verschiedensten gesellschaftlichen und kulturellen Bereichen.

Die Grundlage unseres Handelns sind unsere Unternehmenswerte Begeisterung, Wertschätzung, Integrität und Disziplin. Sie gelten weltweit, jederzeit und ohne Abstriche. Ausdrücklich bekennen wir uns zum Global Compact der Vereinten Nationen und den dort niedergelegten Prinzipien der Menschenrechte und Arbeitsbeziehungen, des Umweltschutzes und des Kampfes gegen Korruption. Wir haben sie in verbindliche interne Richtlinien umgesetzt. Ein Geschäft, das diesen Richtlinien nicht entspricht, kommt für Daimler nicht infrage. Mit unserem Bereich Corporate Compliance, den wir nochmals ausgebaut haben, stellen wir sicher, dass dies auch gelebte Geschäftspraxis ist.

In Zukunft werden wir unsere vielfältigen Aktivitäten rund um das Thema „Nachhaltigkeit“ noch enger aufeinander abstimmen. Dazu haben wir einen entsprechenden Koordinationskreis eingerichtet, der mir direkt zugeordnet ist: „360 GRAD Verantwortung“ - das ist der Anspruch, dem wir auf diese Weise noch besser entsprechen wollen.

Ihr


Dieter Zetsche
Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG
und Leiter Mercedes-Benz Cars